18.04.23Hamburg

EU-Emissionshandel: Verband Deutscher Reeder begrüßt Abschluss der Verhandlungen

Reaktion auf finalen Beschluss des EU-Parlaments. VDR: Zweckbindung der Mittel für maritime Energiewende wichtiges Signal.

Das Europäische Parlament hat heute eine umfangreiche Reform des Emissionshandels beschlossen. Er ist zentrales Element des Fit-for-55-Klimapakets, mit dem die EU ihren CO2-Ausstoß 2030 gegenüber 1990 um 55 Prozent verringern will. Der Beschluss sieht unter anderem vor, den Schiffsverkehr von 2024 an sukzessive in den Emissionshandel aufzunehmen. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) begrüßte den Beschluss: „Es ist gut, dass die Schifffahrtsunternehmen jetzt Klarheit für ihre Planungen bekommen“, sagt Dr. Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands. 

Nach dem EU-Parlament muss jetzt nur noch der Ministerrat zustimmen. Das gilt aber als Formsache. Nun komme es allerdings darauf an, dass die EU-Richtlinie in allen 27 Mitgliedsstaaten möglichst einheitlich umgesetzt werde, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, so Kröger. 

Erlöse bringen maritime Energiewende voran 

Kröger äußerte sich zufrieden, dass ein Teil der Einnahmen zielgerichtet eingesetzt werden soll. „Es ist gut, dass Erlöse aus dem Emissionshandel dem maritimen Sektor zugutekommen, um die Forschung und Entwicklung zu alternativen Treibstoffen und damit die maritime Energiewende voranzubringen“, betonte Kröger. Damit seien Parlament und Rat den Forderungen der Branche gefolgt. Um die Versorgungssicherheit von Menschen und Wirtschaft sicherzustellen, müssten auch künftig eingesetzte saubere Treibstoffe bezahlbar sein. 

Regeln sollten für alle gelten 

Im Sinne einer europaweiten Harmonisierung wünscht sich der VDR, dass insbesondere Großbritannien als Nicht-EU-Mitglied sein Emissionshandelsregime möglichst an die EU-Regeln angleicht. „Der Standort UK ist für die Schifffahrt von besonderer Bedeutung, das englische Recht ist immer noch Grundlage der meisten Verträge in der Schifffahrt. Wir müssen zudem einen Flickenteppich der Regularien vermeiden“, sagt Kröger. 

Das gelte auch über Europa hinaus: „Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass eine globale Regelung im Rahmen der International Maritime Organisation für die Schifffahrt sachgerechter ist“, so Kröger. Schließlich sei die Branche global unterwegs – und auch die Klimaerwärmung mache nicht an Grenzen halt. 

Hintergrund: Die globale Schifffahrt steht für etwa 90 Prozent des internationalen Waren-transports. Der Anteil der Branche an den weltweiten CO2-Emissionen wird auf rund zwei Prozent beziffert. 

 

Über den Verband Deutscher Reeder
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) vertritt die gemeinsamen wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der deutschen Reedereien auf der Ebene des Bundes und der Länder sowie gegenüber europäischen und internationalen Instanzen. Der VDR wurde 1907 gegründet und hat sich 1994 mit dem Verband der Deutschen Küstenschiffseigner zusammengeschlossen. Mit seinen mehr als 150 Mitgliedsunternehmen aus unterschiedlichen Bereichen der Seeschifffahrt vertritt der VDR den größten Teil der deutschen Handelsflotte. Mehr Informationen unter www.reederverband.de.

 

Fotos: Christian Lue/Joe Green on Unsplash
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